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Politik

Gappenach Uwe Junge ist empört: AfD-Chef ist im Café Kostbar unerwünscht


Raphael Markert 30.08.2017, 16:58 Uhr

Weil eine Gappenacher Wirtin den AfD-Landesvorsitzenden Uwe Junge nicht mehr in ihrem Café bewirten möchte, hat der Politiker im Internet eine Welle der Reaktionen losgetreten. Denn Junge macht seinem Ärger über den Rausschmiss auf Facebook Luft – und scheint sich bei der Reaktion der Wirtin an den Judenboykott im Dritten Reich erinnert zu fühlen.
„Das erinnert uns doch sehr an ‚kauft nicht bei...’, oder ‚Ihr werdet hier nicht bedient!’, schreibt Junge auf seiner Facebook-Seite. Mehr als 400 Menschen haben auf den Post reagiert, mehr als 120 Mal wurde er geteilt. Von seinen Fans im sozialen Netzwerk wird Junge unterstützt – aber viele solidarisieren sich auch mit der Wirtin, wollen gerade wegen ihrer Reaktion das Café besuchen, um ihre „persönliche Anerkennung auszusprechen“.

Das ist passiert: Gemeinsam mit seiner Ehefrau besucht Junge am vergangenen Sonntagabend das Café „Kostbar“ in Gappenach und wird zuvorkommend bewirtet – bis die Besitzer merken, wer ihr Gast ist. So berichten es Junge und Claudia Hein, Geschäftsführerin des Cafés „Kostbar“, der RZ übereinstimmend. „Wir haben kein Hausverbot ausgesprochen, wir haben uns von ihm bei der Abrechnung lediglich gewünscht, dass er zukünftig ein anderes Restaurant aufsuchen möge“, sagt Hein. Wieso, will sie auf Nachfrage nicht erläutern – genauso wenig, wie man das Junge mitgeteilt hat, meint der AfD-Politiker. „Meine Frau hat noch mal nachgefragt, aber hat nur die patzige Antwort bekommen, dass keine Diskussionen gewünscht seien“, erzählt Uwe Junge.

Doch der Grund für die Bitte, das Café nicht mehr aufzusuchen, liegt nahe. Denn was auf der Facebook-Seite des Cafés seither als „Zivilcourage gegen Fremdenhass“ und „klare Kante gegen Rassismus“ gefeiert wird, hält Junge gegenüber unserer Zeitung für „Gesinnungsschnüffelei“ und sieht sich bestätigt, dass die vermeintliche „Propaganda der Altparteien“ gegen die AfD Wirkung zeige.

Dass er den Restaurantbesuch mit seinem öffentlichkeitswirksamen Post im Internet nun selbst zum Politikum gemacht hat, weiß der AfD-Landeschef – und hält das für richtig. „Ich wurde dort ja schließlich auch als Politiker gesehen, nicht als Privatmann – und meine Frau sogar mit in die Sache reingezogen.“ Er glaubt: Dieses Verhalten stehe einem Gastwirt nicht zu – denn die AfD befinde sich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Dass die Erfahrung von Uwe Junge kein Einzelfall ist, zeigt das Beispiel von Udo Voigt. In Brandenburg wurde der frühere NPD-Vorsitzende vor einigen Jahren aus einem Wellnesshotel verwiesen und klagte gegen den Rausschmiss vor dem Bundesgerichtshof. Der gab dem Hotelier allerdings recht – denn der habe das Hausrecht.
Dies gilt auch im Falle von Uwe Junge, sagt der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann. „Jeder
Gastronom hat alleine zu entscheiden, wen er reinlässt und wen nicht“, meint Haumann.

„Ohnehin verstehe ich die Aufregung des Politikers nicht. Denn das Restaurant hat guten Service geleistet und ihn erst beim Verlassen gebeten, es zukünftig nicht mehr aufzusuchen.“
Claudia Hein sieht das genauso – und fühlt sich angesichts der Aufregung um den Fall sichtlich unwohl. „Wir wollen das Thema eigentlich gar nicht so groß haben“, sagt sie – doch ein Blick auf die Facebook-Seite des Gappenacher Betriebes zeigt: Die öffentliche Beschwerde des AfD-Politikers scheint für das Café „Kostbar“ vor allem eines zu sein: Effektive Werbung.
Rhein-Zeitung
Von unserem Mitarbeiter Raphael Markert
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Bürgersprechstunde

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Liebe Gappenacher Bürgerinnen und Bürger,

die am Freitag den 01. September 2017 geplante Bürgersprechstunde findet eine Woche später, am 08. September 2017 um 17:00 Uhr statt.

Ihr
Udo Heinemann
Ortsbürgermeister

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Vormerken !!!

13.Okt. um 20.15 wird der Film Expedition in die Heimat: Rund um die Burg Eltz - Spätsommer im Maifeld im SWR-Fernsehen gezeigt

Cafe Kostbar ist mit dabei :-)